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dg2iaq

Intermediate

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Hobbies: Gerätemodifikationen, Amateurfunk, Hobby-Elektroniker, RC-Flugmodellbau

1

Thursday, November 11th 2004, 12:43pm

Modifikation am DYC-817 / Wimo-Kompressor (inter o. extern)

Hallo.

Gestern hatte ich endlich mal einen INTERNEN DYC-817 von Carsten ("Corki") hier. Die Beschaltung deckt sich (mit Ausnahme der besseren HF-Abblockung) mit der externen Variante.


Schaltplan der externen Variante hier:
http://www.box73.com/shop/pdfs/734980.pdf

Infos, Schaubilder zur internen Variante hier:
http://www.funkamateur.de/shop/pdfs/4981.pdf


Bei beiden Varianten ist festzustellen, dass sich die Modulation zwar seitens der Lautstärke erhöht, andererseits aber eine Verschlechterung der Klangcharakteristik damit einhergeht. An einen Kompressionsgrad grösser als das Minimum (4:1) ist hierbei nicht zu denken. Die Anreicherung durch die komprimierten Harmonischen verdichtet das Audiosignal und macht es dadurch bei der Gegenstation schwerer verständlich ("..die Modulation klingt überschlagen !..").

Hier in dieser Rubrik hatte Thomas bereits berichtet, dass er durch Einsatz eines PEIKER-Stabmikrofons mit dem externen Kompressor gute Ergebnisse erzielte. Das bestätigt meine Aussagen, denn das PEIKER unterdrückt die Bässe, was aber in diesem Fall dem Kompressor (bzw. der Gegenstation, hi...) zugute kommt. Man kann aber auch das MH-31 entsprechend "trimmen" und hierbei die "aufschwingenden Bässe" erheblich reduzieren und eine prägnante Modulation erreichen:


Modifikationen DG2IAQ:
1.) Modifikation Dynamische Kapsel MH-31
Mit einer heiß gemachten Stecknadel kurz (!!) ein Loch in die Mitte der Membran der MH-31 dynamischen Kapsel brennen. Maximal 1-2mm Durchmesser, nicht mehr !!! Das nimmt zu 90% den "hohlen" Klang der Kapsel und lässt nun auch die Höhen erklingen....

2.) Modifikationen am DYC-817.
C4 (3,3?F) -> 0,47?F (NF-Hochpassfunktion für bessere Artikulation bei Kompression.)

C6 (3,3?F) -> 22?F (längeres Noisegate-Delay), und nun noch
100k parallel zu C6 (verhindert Noisegate-Ploppen, öffnet/schliesst weicher). Hierdurch wird auch das Noisegate-Delay wieder reduziert, sodass man nahezu die gleichen Werte wie vorher erzielt, nur mit wesentlich weniger Ploppgeräusche.

3.) Einstellung Trimmer DYC-817
P3 (Verstärkung) -> 50%
P4 (Kompression) -> 0% (4:1) oder 50% (6:1)
Eine höhere Kompression, bis zum Linksanschlag von 9:1 ist leider immer noch nicht möglich.

4.) Einstellung FT-817 Menü
Die Mikrofonverstärkung am FT-817 ist nun wieder auf die Mitte zu stellen, d.h. MIC AM, MIC FM, MIC SSB je Wert "50".

5.) Super-Verbesserung
Wer wie ich immer nach der Suche nach dem "ultimativen Kick" ist (hi), sollte die dynamische MH-31 Kapsel gegen eine Elektretkapsel austauschen. Diese bringt vollen HIFI-Klang ohne Verfälschung sowie wesentlich mehr Ausgangsspannung. Dann kann man den Transistorverstärker komplett umgehen (verhindert zusätzliche Rauschanteile in der Modulation) und direkt über den von T1 weggelöteten C2 am PIN4 des SSM2165 die NF einspeisen. Hierbei werdet Ihr bemerken, dass die restlichen Ploppgeräusche des Noisegates nun gänzlich verschwinden.


Anbei wie immer hier zwei WAV-Dateien zur Dokumentation.

a) FM
- MH-31 dyn. Kapsel -> Originalzustand
- DYC-817 -> Originalzustand
- DYC-817 -> audiomodifiziert
- DYC-817 + dyn. Kapsel -> audiomodifiziert + 2mm Loch in Membran
- MH-31 dynamische Kapsel -> 2mm Loch in Membran

b) SSB
- Elektretkapsel
- Elektretkapsel + DF4ZS HF-Speechprocessor
- MH-31 dyn. Kapsel -> 2mm Loch in Membran
- DYC-817 + dyn. Kapsel -> audiomodifiziert + 2mm Loch in Membran



73,
Jochen --DG2IAQ--

Corki

Trainee

Posts: 55

Thanks: 25 / 0

2

Saturday, November 13th 2004, 6:15pm

Hallo,

zunächst erstmal vielen Dank an Jochen für die "Operation am offenen Herzen" meines DYC-817 und am FT-817.

Nachdem Jochen ja die technischen Daten und Voraussetzungen ausführlich dargestellt hat, kann ich als "Nicht-Techniker" eigentlich nur noch das Ergebnis kommentieren.

Ich besitze sowohl den HF-Clipper nach DF4ZS als auch den DYC-817.

Tja, was gefällt mir besser?

Bei beiden habe ich (noch Modifikation durch Jochen) noch mit Veränderungen am TX-Carrier "nachmodifiziert".

Der Clipper hört sich unheimlich spitz und hell an und hat besonders viel "Average Speach Power". Ich habe den TX-Carrier auf USB auf -150 gestellt, so dass die Modulation auch noch ein paar Bässe bekommt. SSB-Mic muss zwingend auf 20 gestellt sein.

Der DYC klingt im Allgemeinen "dunkler". Ich habe für die Verwendung dieses Mikrofons den TX-Carrier auf USB auf +150 gestellt. Dann hat man noch ein paar Höhen mehr. SSB-Mic muss zwingend auf 50 gestellt sein.

Im Contest etc. würde ich immer den Clipper nutzen. Die NF ist allerdings dermaßen spitz, dass sich freiwillig niemend länger als 5 min mit einem unterhalten wird, hi :-) In anbetracht der Ausnutzung der 5W des FT-817 ist dieses Mikrofon allerdings uneingeschränkt zu empfehlen.

Für längere Ort-Runden auf z.B. 2m-SSB würde ich wegen der besseren Ausgewogenheit des Klanges den DYC bevorzugen.

Alles in allem haben also beide Mics ihre Vor- und Nachteile.

Jochen hat ja eindrucksvolle WAVs zur Verfügung gestellt, so dass sich jeder ein Bild über die jeweiligen Klangcharakteristiken machen kann.

vy 73
Corki