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1

Sunday, May 20th 2007, 7:49pm

magnetische Loops - Alternative bei elektrischen Störungen ?

Hallo ,

Im Beitrag "Erdung des FT-817 bei Betrieb mit Miracle erforderlich?"
ging es bereits um das Problem elektrischer Störungen bei Benutzung von Zimmerantennen in grossen Wohnanlagen.

Ist bei starken elektrischen Störungen eine magnetische Loop eine Lösung ?
Bin da selbst gerad am Überlegen , derzeit hängt hier ein Dipol auf dem Balkon, Störungen zeitweise bis S=9 hoch .

Welche Erfahrungen habt ihr mit magnetischen Loops ?

Uli

dg2iaq

Intermediate

Posts: 230

Thanks: 245 / 1

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Hobbies: Gerätemodifikationen, Amateurfunk, Hobby-Elektroniker, RC-Flugmodellbau

2

Monday, May 21st 2007, 7:59am

Hallo Uli.

Also ich habe mit Magnetloops noch nicht viel Erfahrungen sammeln können (zeitlich bedingt), aber die Erfahrungen die ich habe sind ausnahmslos super, und zwar direkt aus dem Arbeitszimmer heraus !! Mehrfach mit 20W / 100W SSB die Ukraine auf 20m an Tagen an denen die Propagation gar nicht soooo doll war bzw. das Band gerade wieder am Zugehen war.

Der elektronische "Man-made-Noise" ist durch die extreme Schmalbandigkeit vernachlässigbar gering, sofern überhaupt noch hörbar. Gleichzeitig hast Du auch sendeseitig eine hervorragende TVI-/BCI-Unterdrückung, was bei Deinen 5W HF aber sicherlich KEIN Problem darstellen sollte, ...hi.

Um Enttäuschungen zu vermeiden musst Du Dich aber an gewissen Grundregeln halten, ....die auch ich erst schmerzlich lernen musste, ..hi.

Ich hatte mir aus den USA einen MFJ-935B Magnetlooptuner (bis 150W PEP) geholt.
Ich mach's kurz: Die von MFJ mitgelieferten 4 Loopdrähte (2,5qmm !!) sind ein Witz, was leider erst spätere Berechnungen mittels Magnetloop-Programmen bestätigten. Wirkungsgrad von 40m - 10m gerade mal rd. 1% - 2% !!!! Für den Empfang reicht's allemal, daher merkt man das auch zunächst nicht. Mangelnde QSO-Partner lassen dann aber den ersten Verdacht hochkommen, hi...

Fluggs in den Baumarkt, zwei bereits zum Ring gebogene Kupferrohr-Ringe mit 22mm Durchmesser (!!) geholt, die Enden am Schraubstock flachgepresst, je eine Bohrung für die Aufnahme am MFJ-935B reingebohrt, angeschlossen und im Zimmer aufgestellt, .....et voilá !!! (siehe oben) Aus dem Zimmer heraus auf 20m Ukraine mehrfach problemlos, ohne auch nur einmal irgendwas wiederholen oder buchstabieren zu müssen. Wie telefonieren ! Unglaublich. (QRB = 1.500 km)

Im Freien habe ich mein neues "Biest" (wie ich es jetzt nenne, ..hi) noch gar nicht getestet. Der Tuner wurde mittels angefertigter, angeklebter Bodenplatte (mit 3/8"-Gewinde) auf mein Profi-Fotostativ aufgeschraubt, das bis 1,75m Höhe ausgefahren werden kann. Außer dem Radius für die 3 Stativfüße benötigt man keine weitere Bodenfläche, somit ideal für Urlaub oder unbekanntes Terrain. Ebenso kann man das am Hang verwenden, da die unterschiedlich ausgefahrenen Stativfüße ggf. für vertikalen Ausgleich sorgen.

Du kannst Dir auch wie ich eine leichte Portabelversion bauen (macht für den FT-817 sogar Sinn) und dickes Koaxkabel verwenden. RG-213 oder am Besten sogar ECOFLEX-15 haben dann schon mal rd. 10mm / 15mm Außendurchmesser und der Wirkungsgrad steigt rapide im Vergleich zu Drähten an. Einkoppelring unten (diesen mit rd. 3m RG-174 speisen reicht dicke aus für QRP), einen passenden Drehko (mit mindestens 3:1-Untersetzung !!) gibt's fast auf jedem Flohmarkt. Besser sind welche mit 2 getrennten Plattenpaketen. Damit kann man dann mit dem einen und anderen Anschluss via der durchflossenen Drehachse einen Split-Stator-Drehko verwenden, der dann auch die doppelte Spannungsbelastung hat. Luftdrehkos verwenden (max. 2x 320pF reichen aus), keine Mini-Drehkos mit Plastikfolie als Dielektrikum !!

Aufgrund möglicher Einkoppel-Verluste kannst Du Dir auch gleich (z.B. bei www.mega-kom.de) die 50W-Sparversion meines MFJ-Tuners kaufen und Dir auch im Baumarkt beliebige Kupferrohr-Ringe, oder auch -Stangen holen (die dann rechteckig zurechtgebogen werden). Der MFJ-Tuner verwendet 2 Drehkos. Einer zur Abstimmung, einer zur kapazitiven Einkopplung, somit verlustfrei.


--> MFJ-935B Magnetloop-Tuner (150W PEP)

--> MFJ-932 Magnetloop-Tuner (50W PEP)


Für den Urlaubseinsatz kannst Du dann immer noch den/die Kupferring(e) durch leichtere und zusammenlegbare Koaxkabel-Loops kurzfristig ersetzen. Dann ist alles Reisekoffer-gerecht. Ein ca. 1m langer Holzrundstab dient dann horizontal in der Mitte als Spreizer, um die Kreisform besser zu erhalten. Der ganze Loopring kann mittels Schnur oben irgendwo aufgehängt werden oder mit einem vertikalen Kunststoff-Stab ausgestattet auch auf den Tisch gestellt und die Loop am Kunststoffrohr oben eingehängt werden. Vorteil der MFJ-Tuner ist, dass die Drehkos eben immer UNTEN sind und somit gut erreichbar. Dadurch verstimmt man auch die Loop beim Abstimmen nicht so, weil man mit dem (ansonsten langgestreckten Körper) nicht so nah an die Loop rangehen muss.

Auf der MFJ-Homepage kannst Du mal nach "MFJ-935B" suchen. Dort gibt es außer dem PDF-Handbuch auch noch eine weitere, sehr interessante PDF von AD5X zum Download, genannt "AntennaTalk6.pdf". Dort sind auch die alternativen Kupferrohr-Varianten zum kleinen MFJ-932 beschrieben.


http://www.mfjenterprises.com/products.php?prodid=MFJ-935B
http://www.mfjenterprises.com/products.php?prodid=MFJ-932

http://www.mfjenterprises.com/antennatalk6.pdf


73,
Jochen (DG2IAQ)

3

Monday, May 21st 2007, 6:13pm

Hallo Jochen ,

danke für Deine Einschätzung und die umfangreichen Infos !

Ich hatte mir vor kurzer Zeit eine Loop von einem SWL besorgt , um zumindest mal empfangsmäßig einen Eindruck zu gewinnen .

Und der war absolut positiv , speziell auf 80 + 40 m . Die Störungen lassen sich drastisch reduzieren / ausblenden .
Sendeseitig kann ich da nichts zu sagen , aber ich denk, mit Beginn des Herbstes werd ich mich eingehender damit beschäftigen .

Vielen Dank nochmals für Deine ausführlichen Info, Jochen .

Empfangsmäßig hat mich die Loop überzeugt , so klein wie sie auch ist .

Hat jemand hier im Forum weitere sendeseitige Erfahrungen mit Loops ?

Uli

dg2iaq

Intermediate

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Hobbies: Gerätemodifikationen, Amateurfunk, Hobby-Elektroniker, RC-Flugmodellbau

4

Monday, May 21st 2007, 7:34pm

Hallo Uli.

Wie gesagt, empfangsseitig ist das meistens kein Problem, da keine hohen Ansprüche gestellt werden und ja auch die Empfänger aufgrund ihrer Empfängerempfindlichkeit + AGC in einem großen Bereich sehr "dankbar" sind.

Sendeseitig sieht's da schon ganz anders aus. Da werden selbst mit QRP-Leistungen schon beachtliche HF-Spannungen am Drehko erzeugt.

Ich musste da leider schon meine eigenen, negativen Erfahrungen machen und nur das nimmer-müde-werden am "Reinziehen" von Fachliteratur und googeln im Internet brachte mich dann nach zahlreichen Artikeln an's Ziel.

Derzeit habe ich wie gesagt den leistungsfähigen MFJ-935B Magnetlooptuner für die 100W Liga, ebenso eine aus RG-213 und 2x 320pF (3:1 untersetzt) Doppeldrehko mit 0,5mm Plattenabstand bestehende Reiseloop für QRP (wobei wir das schon mit einem SGC SG-2020 bis 25W HF ohne Probleme getestet hatten).

Da ich nun gerade wieder am heimischen PC bin, konnte ich auch die Links für die Reise-Magnetloop schnell finden:

http://www.netbees.de/afu/dl8ndg-loop/dl8ndg_loop.htm
bzw.
http://loopantennas-pa11019.blogspot.com/

Und wenn ich heute im Büro aufgrund einer hirn-auslaugenden Denksportarbeit nicht so geistig umnachtet gewesen wäre, hätte mir beim Schreiben meines "von-der-Arbeit-Ablenk-Postings" eigentlich einfallen müssen, dass ich eine selbstgebaute Tischloop für QRP (ich schätze auch hier bis 20W HF problemlos möglich, aber noch nicht getestet) schon längst mal bei eBay reinstellen wollte. Doch bisher hatte die Faulheit + andere Projekte gesiegt.

Hätte als "Bonbon" noch eine zwischenschaltbare LED-SWR-Abgleich-Messbrücke drin. Selbst während des TX-Abstimmvorgangs "sieht" der FT-817 bzw. das angeschlossene Gerät kein SWR über 2:1, die PA ist somit geschützt. Ist normalerweise unnötig, da zuerst nach Rauschmaximum abgestimmt wird und man da schon gar nicht soooo weit weg liegt, aber war mein Testaufbau und schaden kann's ja auch nicht.

Wenn Du also Interesse haben solltest, bitte kurze Mail an dg2iaq@freenet.de

Hat dann auch die 2-Drehko-Variante, also verlustarme kapazitive Einkopplung. Links und rechts vom Gehäuse sind zwei PL-Buchsen befestigt, über die sich dann Koaxkabel-Loops beliebiger Länge anschliessen lassen.

73,
Jochen (DG2IAQ)