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18%

Ich nehmen nie RIG auf Flugreisen mit.

51%

Ich nehme RIG gerne mit bei Flugreisen.

16%

Ich hatte Probleme mit der Kontrolle auf dem Flughafen.

55%

Die Flughafen-Kontrolle war problemlos!

3%

Nie wieder mit RIG auf Flugreisen

A total of 92 Votes have been submitted.

admin

Unregistered

1

Friday, September 10th 2004, 10:26am

Grundlegendes zur Ionosphäre und Wellenausbreitung

Wichtig für uns sind die D-, E- und F- (F1 und F2) Schichten. Die E-Schicht spielt eine Sonderrolle, erstmal D- und F- angucken.

Erstens:
Auf der sonnenzugewandten Seite der Erde bauen sich die D-, E- und
F-Schichten auf, auf der sonnenabgewandten Seite ab. Der Auf- und Abbau geschieht
i.d.R. innerhalb weniger 10 Minuten. Die D-Schicht wird nachts praktisch
völlig abgebaut, die F1-Schicht nur in geringerem Umfang, manchmal sogar
nur wenig. Die F2-Schicht unterliegt starken Anomalien, hier beobachtet man oft
eine Verstärkung sogar während der Nacht. Weitere Anomalien der F2-Schicht gibt
es im Bereich des Äquators und an den Polkappen.

Maßgeblich für die Reflektions- bzw. Absorbtionsstärke einer Schicht ist
der Ionisierungsgrad, also die Anzahl der freien Elektronen bzw. Ionen. Wie
stark eine Schicht ionisiert wird hängt wiederum von der Intensität der Strahlung
und der chem. Zusammensetzung der Ionosphäre in verschiedenen Höhen ab.
Strahlung die eine Ionisierung bewirkt ist Röntgen- oder UV-Strahlung die auf der
Sonne entsteht, in gerigem Maße auch kosmische Höhenstrahlung.

Das Ganze ist natürlich noch abhängig von der Jahreszeit, der periodischen
Sonnenaktivität und kurzfristigen Ereignissen auf der Sonne. Diese
kurzfristigen Ereignisse können jegliche Vorhersagen über den Haufen werfen.

Zweitens:
Die D-Schicht dämpft Felder bis etwa 10 MHz sehr effektiv, die Frequenz ab
der die D-Schicht "durchlässig"wird nennt man "LUF" - Lowest Useable Frequency.
Die F-Schichten reflektieren Funkwellen recht effektiv. Ab einer gewissen
oberen Frequenz (MUF, Maximal Useable Frequency) lässt die Reflektion der
F-Schichten wieder nach. Die Lage der LUF und MUF sind abhängig von der
Intensität der Ionisierung durch die Sonne, Einflüsse wie o.g.

Aus diesem Grund (D-Schicht Dämpfung) sind tagsüber Verbindungen auf 80 und
40m nur über max. 1 Hop (1 Reflektion) möglich, also so im Umkreis von 400
- 800 km.

Aus diesem Grund (F-Schicht Reflektion) sind Weitverbindungen auf höheren
Bändern tagsüber gut möglich. Durch den langsameren und manchmal
unvollständigen Abbau der F_Schicht auf der Nachtseite können diese
Bedingungen auch bis weit nach Sonnenuntergang anhalten, manchmal sogar die
ganze Nacht hindurch.

Drittens:
Entlang der Tag/Nachtlinie (Terminator) erfolgt eine oft besonders gute
Ausbreitung, sprich wenn "hier" gerade der Tag anbricht und "dort" die
Sonne gerade untergeht (oder umgekehrt), kann es extrem gute
Ausbreitungsbedingungen "dorthin" geben. Stichwort "Greyline".

Viertens:
Durch die starke Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit steigt das Rauschen auf
den Bändern an, leisere, weit entfernte Signale werden u.U. überdeckt. Dazu
kommt die sog. Tagesanomalie der F2-Schicht, deren maximal Ionisierung
nicht wie zu erwarten wäre gegen Mittag (höchste Intensität der Sonne) entsteht,
sondern gelegentlich etwas früher oder zumeist später am Nachmittag.

Fünftens:
Die verschiedenen Ionosphärenschichten bauen sich je nach geogr. Breite
schneller oder langsamer auf und ab. So kann es passieren das aus Südeuropa
noch DX möglich ist, in Nordeuropa das Band aber bereits "zu" ist.
Verstärkt wird dies durch die äquatoriale Anomalie der F2-Schicht, die
direkt am Äquator ein Minimum hat, dafür aber zwei Maxima nord- und südlich des
Äquators bei etwa 20° nördl. bzw. südl. Breite.

Sechstens:
Berührt die Ausbreitungslinie einen Pol (bei und z.B. den Nordpol bei
Kontakten nach Westküste USA) kommen polare Effekte zum Tragen. Stichworte
"Aurora", "polar Flutter", "Polarfading".

Polare Effekte wirken auf tieferen Frequenzen (80m, 40m) eher störend durch
Rauschen und Dämpfung; auf höheren Frequenzen weniger störend bis hin zu
positiven Effekten wie einer Reflektion bis in den UKW Bereich.

Siebtens:
Quert die Ausbreitungslinie den Äquator können spezielle Effekte die
Ausbreitung deutlich verbessern. Stichwort "Transequatorial Propagation"
(TEP).

Achtens:
Die E-Schicht existiert praktisch immer, wird aber durch die D-Schicht
abgedeckt und reflektiert i.d.R. nur Frequenzen bis 4-5 MHz. Eine
regelmässig aber selten zu beobachtende Erscheinung ist "Sporadic E", eine intensive
Ionisierung der E-Schicht oft Frühjahr oder Herbst, aber auch im Sommer.
Bei Sporadic E können extrem gute Reflektionen bis weit in den UKW Bereich
erfolgen. Auf KW hauptsächlich auf 10m spürbar, etwas auch auf 15m, auf
tieferen Bändern kaum Effekt.

Daraus lassen sich ganz, ganz grob(!) ein paar Faustregeln ableiten, alles
bezogen auf Mitteleuropa(!).
NA: Nordamerika
SA: Südamerika
OC: Oceanien
PAC: Pazifikraum

160m:
Habe ich persönlich kaum praktische Erfahrungen. DX fast nur entlang der
Greyline möglich, nachts Europa, gelegentlich DX. Tagsüber tot, nur
Bodenwelle.

80m & 40m
Nachts: Weitverbindungen möglich, frühe Nacht in Richtung naher Terminator
also nach Westen (USA), früh morgens in Richtung naher Terminator also
Richtung Osten, also z.B. Japan, VK.
Entlang der Terminatorlinie zur Abenddämmerung gute Verbindungen z.B. nach
SA, zur Morgendämmerung nach OC.
Tagsüber D-Dämpfung hoch, 80m praktisch tot, 40m im Umreis von 400-800km
Verbindungen möglich (1 Hop).

30m:
Wenig persönliche Erfahrungen. Tagsüber wie 40m, abends gute
DX-Möglichkeiten nach PAC, spät nachts USA.

20m:
Morgens ausgezeichnet nach OC, PAC. Tagsüber Europa, ab frühen nachmittag
USA Ostküste, später evtl. Westküste. Abends evtl. gut PAC über den "langen
Weg". Sofern das Band abends/nachts offen bleibt weiterhin gute Verbindungen nach
USA. Abends/Nachts oft gute Condx nach SA durch TEP, auch wenn NA schon
nicht mehr zu hören ist.

17m:
Ähnlich wie 20m, abhängig von der MUF. Ein viel zu wenig genutztes Band,
sehr viel ruhiger als auf 20m.

15m:
ähnlich wie 20m, je nach MUF ausgeprägter (besser) oder gar nicht (tot).

12m, 10m:
Sehr stark abhängig vom 11-jährigen Sonnenzyklus. Während des Maximums
tagsüber gute bis extrem gute Bandöffnungen ähnl. 20m, teilweise bis spät
in die Nacht. Manchmal ausgeprägte TEP. Weitaus weniger Rauschen als auf 20
oder 15m. Im Minimum des Sonnenzyklus kaum nutzbar, es sei denn Sporadic-E
Bedingungen treten auf. Dann aber sehr gut für Short-Skip, also
Europaverkehr, gelegentlich auch TEP Weitverbindungen.

Wie kann man sich informieren?


1.) Bakenbeobachtung
Das IARU Bakensystem auf 20/17/15/12/10m ist ein ausgezeichnetes Werkzeug
innerhalb von 3 Minuten festzustellen, wohin ein Band offen ist.
Siehe http://www.ncdxf.org/beacon.htm

Auf 10m gibt es darüber hinaus eine Vielzahl weiterer Baken deren
regelmässige Beobachtung sehr lohnenswert sein kann.

Bakenliste:
Von G3USF, letztes Update Mai 2002, sehr vollständig und aktuell.
http://www.keele.ac.uk/depts/por/28.htm


2.) e-alert abonnieren
Ein email Infomationsdienst der kostenlos und kurz über aktuelle Ereignisse
auf der Sonne berichtet (Eruptionen, aktuelle Indizes usw.). Je nach
Sonnenaktivität mehrere kurze Mails täglich, manchmal nur 1 pro Woche.
http://hfradio.org/propagation.html
Dort gibt es auch Links zu ganz netten und weitaus ausführlicheren
Erklärungen der Ausbreitungsphänomene.

3.) Ein Ausbreitungsprogramm befragen.

Empfohlen sei hier PP (Propagation Prediction) das über den BCC (Bavarian Contest Club) vertrieben wird.
Kostet nur sehr wenig...
http://www.bavarian-contest-club.de/

4.) Die Ausbreitungsvorhersagen im DL-Rundspruch oder der cq/DL konsultieren.

5.) DX-Cluster beobachten.

Hier sieht man gut wer was "spottet"...

6.) Literatur

Rothammel, Antennebuch, Abschnitt 2 über Ausbreitung EM Wellen
ISBN: 3-88692-033-4, u.a. zu beziehen über den DARC Verlag
- John A. Ratcliffe: Sonne Erde Radio, Fischer Verlag
ISBN: 3-436-01953-4 (möglicherweise vergriffen)



73,
Ekki, DF4OR
14. Mai 2002